Babybedenkzeit 2016

Mathis H./wn

Baby Bedenkzeit

Vom 25.01.2016 - 29.01.2016 fand an der Freiherr- vom- Stein Realschule ein Projekt zum Thema Baby Bedenkzeitstatt. An diesem Projekt nahmen 17 Schüler des Streitschlichterkurses teil (Klasse 7-10).

Schwerpunkt des Projektes ist es, sich auf den Alltag mit Babys vorzubereiten, falls es denn so weit ist. Dazu waren die Schüler unter anderem in der AWO, in der Drogen- und Suchtberatungsstelle in Minden und im Kreißsaal in Lübbecke. Zudem bekamen sie, sofern sie denn wollten, einen Babysimulator mit nach Hause, um hautnah zu erleben, was es heißt Eltern“ zu sein.

So ein Babysimulator funktioniert im Prinzip wie eine BABY born®, nur dass die Schüler einen Chip um ihr Handgelenk bekamen, um sich bei den Babys einzuloggen. Um dies zu tun mussten die Schüler ihr Armband an den Simulator halten, so erkannte das Baby, dass es sich um die Mutterbzw. den Vaterhandelt. Die Simulatoren mussten gefüttert werden, die Windeln mussten gewechselt werden und sie mussten, nach dem Essen, ein Bäuerchen machen. Allerdings waren die Simulatoren bei jedem Schüler unterschiedlich eingestellt, sodass mache fast nichts machen mussten, andere wiederum keine Ruhe bekamen.

Am ersten Tag besprachen die Schüler zusammen mit den Veranstaltern des Jugendamtes, Julie Meyer und Julia Korfsmeier und der Schulsozialarbeiterin Frau Verena Voß-Hinke den Ablauf des Projektes. Außerdem erhielten 4 Schüler einen Babysimulator für Zuhause.

Dienstag ging es dann richtig los. Die Schüler fuhren zusammen mit ihrer Lehrerin Sara Ireland zu der Schwangerschaftskonflikt Beratungsstelle, der AWO, in Lübbecke. Dort lernten sie viel über Verhütung, den Ablauf einer Schwangerschaft und darüber, was sie beachten sollten, wenn es Probleme gibt.

Die Beratung vor Ort war sehr gut, auch auf diskretere Fragen wurde dort eingegangen, was einige Schüler zum Schmunzeln brachte. Am Ende des Schultages erhielten wiederum 2 Schüler einen Simulator für den Selbstversuch.

Mittwoch sahen die Schüler in den ersten 2 Schulstunden einen Film über Babys auf der ganzen Welt. In der 3+4.Stunde war eine Mitarbeiterin des Jugendamtes vor Ort, welche den Schülern etwas über ihre Arbeit und die Zuständigkeitsbereiche des Jugendamtes erzählte. Bei Bedarf konnten auch Fragen gestellt werden.

In den letzten beiden Schulstunden konnten die Schüler sich noch einmal über das Projekt und über die Erfahrungen, die sie mit den Babys gesammelt hatten, austauschen. Am Ende des Schultages wurden dann wieder die ,,Babys ́ ́ an die Schüler verteilt.

Donnerstag fuhren die Schüler in die Drogen- und Suchtberatungsstelle in Minden. Ihnen wurde dort etwas über den Umgang mit Drogen erzählt und wie diese Einrichtung genau funktioniert.

Im Anschluss fuhren die Schüler in das Krankenhaus in Lübbecke, um dort den Kreißsaal zu besichtigen. Im Kreißsaal wurden sie von einer Hebamme Frauke Werner-Winkelmann des Krankenhauses in Empfang genommen. Ihnen wurde dort viel über eine Entbindung und den Ablauf der Schwangerschaft im Krankenhaus erzählt und auch demonstriert, da der Chefarzt einen Simulator zur Veranschaulichung einer Entbindung hatte. Das kam bei vielen Schülern sehr gut an. Auch auf die Fragen wurde gut eingegangen, weshalb viele Schüler lieber mehr Zeit dort verbracht hätten. Da jeder Zeit der Ernstfall einer Entbindung hätte eintreffen können, war dies leider nicht im Bereich des Möglichen.

Freitag trafen sich die Schüler noch einmal im Realschulpavillon um sich 2 Stunden über das Babyprojekt auszutauschen. Zudem bereiteten sie in kleinen Gruppen kurze Referate zum Thema Alkohol in der Schwangerschaftvor, die sie dann den anderen Schülern präsentierten. Außerdem zeigte ihnen Julia Korfsmeier eine Babysimulationspuppe mit einem durchsichtigen Kopf, um ein Schütteltrauma bei Neugeborenen zu veranschaulichen.

Die glücklichen "Eltern" mit ihrem Nachwuchs

Manche der Teilnehmer verbrachten auf Wunsch sogar die Zeugnisferien mit den geliebten Simulatoren. Eine Woche später trafen sich die Schüler ein letztes Mal mit Lehrerin Sara Ireland, Schulsozialarbeiterin Verena Voß-Hinke und Frau Julie Meyer um die Auswertungen des Projektes entgegenzunehmen. Auch die Presse, Schulleiterin Gisela Bednar und die Vorsitzende des Fördervereins der Schule, Frau Bianca Winkelmann waren anwesend um das Treffen zu . Alle Kosten wurden von dem Förderverein der Realschule übernommen. Dafür sagen wir Dankeschön.

Die meisten der Schüler hatten sich, auch gemessen an dem Schwierigkeitsgrad, sehr gut angestellt. Sie stellten allerdings fest, dass für Alleinerziehende die Belastung besonders groß ist, da sie die volle Verantwortung ständig haben und ihr Baby nicht mal abgeben können. Dennoch wollen sie erst noch ein paar Jahre warten bevor sie dann selbst Eltern werden, da es eine sehr große Herausforderung ist.